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Was ist Kenjutsu?

Das Kenjutsu entwickelte sich in der Kamakura-Epoche (1185-1333) parallel zum Aufstieg der Samurai-Kaste. In der Muromachi-Epoche (1336-1568) stand es dann in seiner Hochblüte.

Gegen Ende dieser Epoche gab es in Japan etwa 1700 verschiedene Fechtschulen.

Die Kenjutsu-Schulen unterschieden sich durch die verschiedenen Stellungen und Haltungen, die Meister der einzelnen ryô erfanden immer neue Techniken und Taktiken.

 

Erst später, in der friedvollen Tokugawa-Zeit (1600-1867), entwickelten sich die kultivierten Varianten dieser Kampfkünste, das Kendo bzw. Iaido. Hierbei traten mehr und mehr sportliche bzw. meditative (Stichwort: zen) Aspekte in den Vordergrund, der eigentliche Anwendungsaspekt hingegen zunehmend in den Hintergrund.

Unser Kenjutsu bleibt bei seiner ursprünglichen und damit realistischen Vielfalt an Bewegungen. Deswegen ist es dynamisch, sehr flexibel und spannend.

 

Im Kenjutsu sind die Übungs- und Wettkampfschwerter aus Holz (für das Sparring aus Latex). Die Holzschwerter (Bokken) stellen einen Kompromiss dar. Man kann damit gute Partnerarbeit leisten, das heißt soliden Kontakt und Kontaktdruck aufbauen aber die Verletzungsgefahr gering halten.

Als Lehrer kann man somit gefahrlos Schwachstellen und Fehlhaltungen der Schüler spürbar aufzeigen.

Ziel des Kenjutsu ist es, den Gegner durch geschickte Manipulation und überlegenes Gelenkepotential zu besiegen.

Zur Einordnung unserer Stilrichtung muss man wissen, dass sie eine der vielen Kashima-Schulen ist, genannt Jori no Kenkyu.

Die Übersetzung von "Jori no Kenkyu" lautet: "(Schwertschule) der Vernunft und des Körpergefühls". Intelligente Strategien und Bewegungsabläufe werden darin von einem hohen Maß an Körpergefühl begleitet. Körperbeherrschung und Achsenkontrolle sind die Grundlagen jeder effektiven und hochwertigen Schwertkampfkunst.

Kenjutsu ist also eine Kampfkunst, kein Wettkampfsport. Man übt dabei zu zweit, wobei Angreifer- und Verteidigerrolle ständig gewechselt werden. Im Sparring mit dem Latexschwert bestimmen Initiative und Persönlichkeit, wer welche Rolle einnimmt.